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Zum Park gehören mehr als fünf Bäume


In der Oktobersitzung beschloss der Fellbacher Gemeinderat die "Wohnbauoffensive 2020 - Strukturkonzept". Erfreulich dass eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben - der Wohnungsbau - angegangen wird. Jedoch können wir das Konzept für das ehemalige Freibadgelände nicht unkommentiert lassen.
Möglichst viele alte Bäume erhalten - das war schon zu STAFFEL25-Zeiten eine am häufigsten wiederholte Forderung, die auch wir immer mitgetragen haben.
Auch während der Bürgerwerkstätten Anfang 2017 war das der ausdrückliche Wunsch der Teilnehmenden, unabhängig von Parteipräferenzen. Nicht umsonst sollte das Quartier "Wohnen im und am Park" heißen.
Mit der Beschlussvorlage und den Handlungsempfehlungen (Stand 19.09.2017) kam der Schock: Die Stadtverwaltung sieht vom gesamten Park ganze fünf Bäume als schützenswert an. Das ist ein Bruchteil dessen, was auf dem Aldi-Parkplatz wächst! Kein Wunder, dass die Reaktionen in (Online-)medien so wütend und deprimierend sind. Wozu macht man Bürgerwerkstätten und lässt Dutzende Menschen ihre Freizeit opfern und ihre Kreativität entfalten, wenn man die Ergebnisse so eklatant missachtet? So entsteht Politikverdrossenheit.
Auch wenn man aus dem Grundstück nach einem Kahlschlag "mehr rausholen" kann - wir sehen eine Maximierung des Veräußerungsgewinns nicht als primäre Aufgabe der Stadt. Auch hier zeigt sich, dass unsere Bedenken nicht unbegründet waren, als wir vor Jahren gegen den Bau des F3 waren. Schon damals warnten wir davor, dass uns dieser Protzbau teuer zu stehen kommt.
Man könne ja Bäume nachpflanzen - das stimmt. Aber es dauert Jahrzehnte, bis neu gepflanzte Bäume groß genug sind, um einen nennenswerten Beitrag zum Mikroklima zu leisten. Angesichts des Klimawandels können wir gleich Ölpalmen pflanzen.
Die Felder nördlich und südlich der Siemensstraße sollen weichen, jetzt werden mit Kühegärten und Freibadgelände weitere Grünflächen dem Betongold geopfert. Wir finden, zum lebenswerten Quartier gehört mehr als Wohnhäuser. Und zum Park gehören mehr als fünf Bäume.

Tadeusz

P.S.: Wenn jemand fragt, warum kommen wir erst jetzt mit dem Thema? Das stimmt einfach nicht. Das Thema ist so alt wie die Diskussion um das Freibadgelände und wir haben diese  berechtigte und realistische Forderung immer unterstützt.

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