Wie gelingt mehr weibliche Teilhabe in Politik und Gesellschaft?

Waiblingen, 20. September 2026

Dieser Frage widmete sich am Sonntag ein frauenpolitisches Frühstück im Grünen Büro in Waiblingen. Auf Einladung des Ortsverbands Bündnis 90/Die Grünen Fellbach kamen Menschen verschiedener Generationen und bewusst auch unterschiedlicher politischer Hintergründe zusammen, um gemeinsam über politische Teilhabe, Feminismus und eine zeitgemäße politische Gesprächskultur zu diskutieren.

Zu Gast waren Swantje Sperling, Landtagsabgeordnete der Grünen für den Wahlkreis Waiblingen, Yara D’Addeo, Co-Kreisvorsitzende der Jusos Rems-Murr und Vorsitzende des Jugendgemeinderats in Fellbach, sowie Quentin Gärtner, ehemaliger Sprecher der Bundesschülerkonferenz. Gemeinsam diskutierten sie über politische Teilhabe, Feminismus und die Frage, wie mehr junge Menschen und insbesondere junge Frauen für Politik gewonnen werden können. Alle drei berichteten dabei auch aus ihrer eigenen politischen Praxis und von den Herausforderungen, denen sie in ihrem Engagement begegnen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, welche strukturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen es braucht, damit Frauen sich stärker politisch einbringen und ihre Stimmen gehört werden. Dabei wurde deutlich: Für mehr weibliche Teilhabe braucht es sowohl Veränderungen in den Strukturen als auch in der politischen Kultur. „Wir müssen uns gegenseitig ermutigen, miteinander zu sprechen“, betonte Swantje Sperling. Dabei müsse auch Raum für die leisen Töne geschaffen werden.

Yara D’Addeo machte deutlich, dass Feminismus alle Menschen angeht. “Eine gleichberechtigte Welt ist für alle wichtig und wertvoll!” Dabei müsse auch intersektionaler Feminismus mitgedacht werden und es gelte, Männer stärker in feministische Debatten einzubeziehen. Gleichzeitig sei es gerade in einer Demokratie wichtig, für die eigenen Werte einzustehen und auch bei Gegenwind Haltung zu zeigen.

Quentin Gärtner warf die Frage auf, wie Feminismus wieder stärker Menschen erreichen kann: „Wir müssen Feminismus wieder sexy machen.” Feminismus müsse dabei als Gewinn für alle verstanden und vermittelt werden.

Der zweistündige Austausch war von einer offenen und lebhaften Diskussion geprägt. Besonders der generationenübergreifende und parteiübergreifende Austausch zeigte, wie wichtig es ist, unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenzubringen. Für mehr weibliche Teilhabe braucht es dabei beides: gute Strukturen und eine politische Kultur, in der Menschen sich gegenseitig ermutigen, ihre Stimme einzubringen.